Foto: Julia Liekweg

Die Zukunft im Kirchhellen – Ergebnisse aus der Bezirksvertretung

Die Bezirksvertretung hat für Kirchhellen Veränderungen auf den Weg gebracht – Zunächst geht es um den Schutz von Fußgängern und anderen Verkehrsteilnehmer.

Die Kastanien an der Hauptstraße

Die Allee an der Hauptstraße wird seit geraumer Zeit diskutiert. Durch Pilzbefall sind von den gut 50 Bäumen bereits elf aufgrund von Krankheit gefällt worden. Die Erkrankung der Bäume ist an den Stämmen, den Ästen und in den Baumkronen deutlich sichtbar. Versuche, die Kastanien zu retten, sind aussichtslos, denn das Wegschneiden der befallenen Stellen oder eine Verarztung der Bäume würde keine langfristige Lösung bieten. Daher wurde entschieden, dass alle Bäume gefällt und neue gepflanzt werden. Die Fällarbeiten haben begonnen und die Aufforstung soll bis zum Januar 2020 abgeschlossen sein. Außerdem werden die neuen Bäume - man entschied sich für Ulmen und Kirschbäume – gleichzeitig gepflanzt, sodass das Wachstum der Bäume einheitlich und gleichmäßig verlaufen kann. Der ursprüngliche Plan, an einer Straßenseite Linden zu pflanzen, ließ sich nicht realisieren.

Bei der Vorbereitung der Maßnahme stießen die Mitarbeiter der Verwaltung auf eine Gasleitung, die nicht in den Plänen der Stadt verzeichnet war. Da Linden Tiefwurzler sind, können sie Schäden an den Leitungen verursachen. Also entschied man sich kurzfristig für flachwurzelnde Kirschbäume. Nach Abschluss der Maßnahme muss die Stadtverwaltung noch eine weitere planen und finanzieren. Mit Abstand von gut zwei Jahren wird auf der Straßenseite der Kirschbäume mit Pflasterarbeitenzu rechnen sein. Die Pflastersteine des Gehwegs sollen aufgenommen werden, um eine Wurzelsperre einbauen zu können. Diese soll verhindern, dass der flachwurzelnde Baum im Laufe seines Lebens das Pflaster hochdrückt und Radfahrer und Fußgänger gefährdet.

Kreisverkehr Pelsstraße / Hauptstraße / Feldhausener Straße

Das Thema Sicherheit auf den Straßen im Dorf ist seit langer Zeit Thema der Bezirksvertretung. Foto: Julia Liekweg

Gut ein Jahrzehnt ist die Kreuzung von Industriegebiet, Dorfmitte und Verbindungsstraße nach Feldhausen ein wichtiges Thema in der Bezirksvertretung. An dieser Kreuzung herrscht eine hochfrequentierte Verkehrslage, da viele Autofahrer diese Strecke auch als Ausweich nutzen, wenn zu Berufsverkehrszeiten die Autobahn zu voll ist. Daher sind besonders Radfahrer hier einem großen Sicherheitsrisiko ausgesetzt. Die problematische Straßenführung für Radfahrer, die beim Abbiegen die Fahrbahnseite wechseln müssen, und die dürftige Fußgängerführung erhöhen die Gefahr auf Verkehrsunfälle. Erschwerend kommt hinzu, dass Autofahrer aus jeder Richtung kommend eine schlechte Sicht auf die Kreuzung haben. Heranfahrende Autos werden oft zu spät gesehen.

Obwohl die Stadt Bottrop dem Antrag auf einen Gefahren reduzierenden Kreisverkehr bereits zugestimmt hatte, wurde das Vorhaben bislang von der Bezirksregierung in Münster abgelehnt. Die Kirchhellener Bezirksvertreter, die sich bei der Abstimmung zum Kreisverkehr alle einig waren, luden die Bezirksregierung kurzerhand ins Dorf ein, damit sie sich ein Bild von der gefährlichen Straßensituation machen können. Dieser Einladung kam Münster aber mit Blick auf die Unfallstatistik nicht nach, die noch keine schwerwiegenden Unfälle auswies.

Für die Bezirksvertretung aber kein Grund, nicht auf Sicherheitsmaßnahmen zu bestehen. Auf ihrer November-Sitzung entschieden die Bezirksvertreter nun einstimmig, den Planungs- und Umsetzungsdruck zu erhöhen, um eine zügige Planung von der Verwaltung zu erwirken. Jetzt sei man auf einem guten Weg, heißt es aus der Bezirksvertretung.

Querungshilfe Bottroper Straße/Höhe Kaplan-Xanten-Straße

Foto: Julia Liekweg

Lange schon bestehen die Gespräche um die Querungshilfe auf der Bottroper Straße. Der Bedarf dieser Hilfe bestand noch vor dem Bau der bereits gebauten Querungshilfe auf Höhe der Straße Wiesental. Zur letzten Sitzung der Bezirksvertretung im November stellte die CDU aber nun auch den Antrag auf Bau der zweiten Querungshilfe auf der vielbefahrenen Verbindungsstraße zwischen der Dorfmitte und Bottrop. Die Problematik mit diesem Straßenstück ist hauptsächlich, dass durch die dort gelegenen Bushaltestellen, das Seniorenheim und die Tatsache, dass dort der Schulweg für viele Kinder und Jugendliche entlang führt, die Gefahr eines Verkehrsunfalls deutlich erhöht ist. Die Abbiegung, die die Bottroper Straße in Fahrtrichtung Dorfmitte nimmt, verhindert das Einsehen des Verkehrs, der aus der Dorfmitte kommend in Richtung Bottrop fährt. Diesem Antrag stimmte die Bezirksvertretung mit breiter Mehrheit zu - mit Ausnahme der SPD Fraktion.

Diese argumentiert, dass der Autoverkehr durch eine zweite Querungshilfe ausgebremst und verlangsamt werden würde, was den gesamten Verkehrsfluss behindert. Ein Gegenargument hierzu war, dass durch das Fehlen einer Verkehrsverlangsamungsmaßnahme wie Zebrastreifen, Ampel oder Tempolimit im Bereich der Kurve der fließende Verkehr nicht in Mitleidenschaft gezogen würde. Die Querungshilfe sei lediglich eine Möglichkeit, die Straße sicher in zwei Zügen überqueren zu können und nicht aus Not direkt auf der Fahrbahn stehen bleiben zu müssen. Andere Argumente gegen den Bau der Querungshilfe beziehen sich auf bauliche Problematiken: Die Einfahrt zur Total Tankstelle an der Kreuzung Utschlagstraße, die Parkplätze an der Bottroper Straße und die dort gelegenen Bushaltestellen beider Fahrtrichtungen dürfen durch den Bau nicht eingeschränkt werden. Besonders die Zufahrt zur Tankstellenfläche muss weiterhin gesichert bleiben, denn vor allem LKW könnten erhebliche Schwierigkeiten beim Abbiegen bekommen.

Auf der anderen Seite sprechen viele Argumente, besonders in puncto Sicherheit, für das Errichten der Querungshilfe. Die Bushaltestellen sind auch hier ein wichtiges Argument. Der öffentliche Nahverkehr ist für viele Anwohner – unabhängig vom Alter – die einzige Möglichkeit, Dinge des alltäglichen Lebens zu erledigen. Viele der Rentner, die im Lorenz-Werthmann-Haus wohnen, sind noch mobil genug, Kleinigkeiten wie Lebensmitteleinkäufe selbst zu erledigen, fahren aber nicht mehr mit dem Auto. Daher muss ein sicherer Übergang im Haltestellenbereich geschaffen werden. Die Kinder, die entweder in Richtung Dorsten oder Bottrop zur Schule fahren wollen und müssen, sind ebenso auf die Sicherheit der Straßenquerung angewiesen. Des Weiteren führt der Weg der an der Utschlagstraße wohnenden Schüler über die Bottroper Straße zu den Schulen in der Dorfmitte - und das zu genau den Zeiten, wenn dort ein akut erhöhtes Verkehsaufkommen herrscht. jl

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