Kirchhellen
Foto: aureus GmbH - Aileen Kurkowiak
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Verein Sternenzelt in einem Jahr extrem gewachsen

Das Thema Verlust ist in vielen Familien sehr sensibel: Vor allem wenn Kinder involviert sind

Kirchhellen -

Das unterstützende Angebot des Vereins Sternenzelt gibt es jetzt seit einem Jahr in Kirchhellen. Warum noch nicht viele Kirchhellener den Verein kennen und er dennoch stark gewachsen ist, hat einen einfachen Grund: der Tod, eine schwere Erkrankung oder andere Arten von Verlust sind weder leichte Kost noch sehr alltägliche Themen.

Dennoch wird das Angebot für Kinder und Jugendliche gut angenommen und inzwischen gibt es sogar eine Trauergruppe in Grafenwald. Wann beginnt Trauer? Eine Frage, die für ungeschulte Menschen nur schwierig zu beantworten ist. Zumal vor allem Kinder häufig Schwierigkeiten haben, ihre Gefühle, Eindrücke und Gedanken mitzuteilen. In welcher Form auch immer. Um dabei zu unterstützen, Kinder und Jugendliche auf einen Trauerfall vorzubereiten und danach zu begleiten, hat sich vor einem Jahr der Verein Sternenzelt gegründet.

Besonders tragisch ist es, wenn der junge Mensch den Tod von Vater oder Mutter betrauert, von Bruder oder Schwester. Auch Oma und Opa sind oft besonders nah. Wer auch immer geht, es bleibt eine mächtige Lücke voller Trauer. Kinder und Jugendliche trauern häufig anders als Erwachsene. In einem Moment sind sie wortwörtlich todtraurig, im nächsten voller Lebenslust – sie Weinen und Lachen, Schweigen und Reden.

Angebote flexibel anpassbar

„Wir gestalten das Angebot so, wie es für die Betroffenen am besten ist. Am Anfang steht meist ein Gespräch mit Eltern oder nahestehenden Personen – mit und ohne das Kind – genau so wie es sich die Leute wünschen“, erklärt die Vorsitzende des Vereins Nicole Peters-Bokelmann, die bereits 15 Jahre Erfahrung als systemische Trauma-Fachberaterin mitbringt. „Es gibt kein Rezept für den richtigen Umgang mit tragischen Themen. Trauer nicht anzusprechen oder zu reflektieren, ist aber keine Lösung. Das Angebot kann dann ganz unterschiedlich sein. Einzelbegleitungen, aber auch aufklärende Gespräche mit Angehörigen sind möglich. In Zeiten der Pandemie wurde beispielsweise auch das Angebot zum gemeinsamen Spaziergang gerne angenommen, währenddessen ein ungezwungener Austausch möglich ist. Mein Retriever Abbey kann da auch schon sehr hilfreich sein.“

Auch Trauergruppen sind eine gerne angenommene Möglichkeit. Während der Verein zunächst klein angefangen hat, ist die Nachfrage inzwischen stark gewachsen. Zum Beispiel findet eine der sechs regelmäßigen Trauergruppen in den Räumlichkeiten des Freizeittreffs Freiraum in Grafenwald statt. „Auch die Gruppentreffen sind ganz unterschiedlich und individuell auf Bedürfnisse angepasst. Während Kinder eher kreative Arbeiten umsetzen, sind Jugendgruppen eher Erlebnisorientiert“, so die Kinder- und Jugendtrauerbegleiterin. „Unser Netzwerk ist sehr groß, sodass vieles möglich ist. Sollte die Nachfrage weiterhin wachsen, können weitere Gruppen an den Orten stattfinden, wo es Bedarf gibt.“

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Aileen Kurkowiak

Aileen Kurkowiak

aileen.kurkowiak@aureus.de

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