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Foto: Netflix
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Filmtipp: Klaus

Ein innovativer Zeichentrickfilm verschmilzt mit den modernen Computertricks – Eine Geschichte vom Zauber der Menschlichkeit

„Klaus“ ist ein spanischer Animationsfilm, der bereits 2019 in den Kinos und auf Netflix veröffentlicht wurde. Ein Film, der nicht nur technisch überzeugt, sondern vor allem inhaltlich viel zu bieten hat.

Die Weihnachtszeit ist besinnlich und insbesondere in Zeiten, wie sie aktuell in Deutschland und weltweit vorherrschen, gibt einem der Film Hoffnung. Menschlichkeit und dass jede gute Tat eine weitere nach sich zieht, sind die Kernpunkte dieser eigentlich vorhersehbaren Geschichte.

Jesper ist ein verwöhnter junger Mann und der schlechteste Briefträger aller Zeiten. Immer verlässt er sich darauf, dass sein wohlhabender Vater schon alles für ihn regeln wird. Als der aber genug von seiner Faulheit und Ignoranz hat, schickt er Jesper an einen weit entfernten Ort namens Zwietrachting. Wie der Name vielleicht schon erahnen lässt, ist Zwietrachting ein düsteres Dorf, deren Einwohner alles andere als in einer Gemeinschaft leben. Jespers Aufgabe, innerhalb eines Jahres 6000 Briefe in seinem neu eröffneten Postamt zu verschicken, scheint zunächst unmöglich. Zumindest so lange bis er auch den abgelegensten Bewohner ausfindig macht: den grummeligen sowie eigenbrötlerischen Spielzeugmacher Klaus.

Fast zehn Jahre befand sich dieser Film in der Entwicklung, denn entgegen der Tendenz von Pixar und Disney, die sich hauptsächlich nur noch auf Animationsfilme konzentrieren, hat der Film „Klaus“ richtigen Zeichentrickcharakter. Von seiner Aufmachung her wirkt er absolut zeitlos, denn die spanische Filmschmiede von dem Disney erfahrenen Filmemacher Sergio Pablos kombiniert mit viel Fingerspitzengefühl die Dynamik klassischer Zeichentrickfilme mit den Computer generierten Möglichkeiten der räumlichen Lichtsetzung und komplexen Strukturen. Die Geschichte des Films in typischer Weihnachtsfilmmanier, ist in vielen Punkten absolut vorhersehbar. Durch grandiose Umsetzung und Liebe zum Detail kann man dem Film dafür aber keinen Abzug in der Wertung geben.

Regisseur Sergio Pablos baut die Geschichte langsam auf und setzt auf filigrane Änderungen im Design. Allein durch die Farbgebung und Lichtsetzung erreicht er, dass die kleinen Veränderungen, die sich in der Gemeinschaft Zwietrachtings zutragen, nicht nur für den ein oder anderen Gänsehautmoment sorgen, sondern auch visuell erkennbar sind. Während das Dorf zu Beginn noch entsättigt in Schwarz, Weiß und Grautönen den Missmut und Jähzorn der Einwohner spürbar macht, kommt mit dem ersten Kinderlachen nicht nur etwas Wärme auf den Bildschirm, sondern auch in die Herzen der Zuschauer. Sympathische Charaktere, viel Tiefgang und atemberaubende Bilder machen diesen Film zu einem Klassiker, den man unbedingt gesehen haben muss. Sergio Pablos hat erfolgreich ausgetestet, wie das Zeichentrickmedium in der heutigen Zeit aussehen könnte und eine erfrischende sowie berührende Ursprungsgeschichte für den Weihnachtsmann geschaffen.

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Valerie Misz

Valerie Misz

v.misz@aureus.de

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