Foto: Sabine Schmidt, pixelio.de

Faszinierendes Naturschauspiel im Urlaub

Ab Ende September herrscht an der niedersächsischen Nordsee ein gefiederter Ausnahmezustand

Kirchhellen - Die Bewohner an der niedersächsischen Nordsee kennen das Spektakel schon, das jedes Jahr gegen Ende des Sommers unzählige Besucher anzieht. Viele Gäste sind allerdings gefiedert und kommen aus den Lüften.

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Foto: Ralf Luczyk, pixelio.de

Ab Ende September werden die Regionen um das Wattenmeer nämlich zum größten Rastplatz Europas für riesige Vogelschwärme. Rund um Juist, Dornumersiel und Spiekeroog lassen sich die unterschiedlichen Zugvögel nieder, um ihre Nahrungsreserven für den weiteren langen Weg aufzustocken und um neue Kraft für die Strecke bis nach Südeuropa und Afrika zu tanken, wo sie ihr Winterquartier beziehen. Dabei können die Urlauber die verschiedenen Vogelarten bewundern. Viele gefiederte Gäste kommen sogar aus der arktischen Tundra, Nordeuropa und Grönland und gönnen sich eine Pause im UNESCO-Kulturerbe Wattenmeer.

Rund um das faszinierende Naturschauspiel haben sich im Laufe der Jahre zahlreiche Veranstaltungen ergeben, die es den Touristen ermöglichen, einmalige Blicke auf die Vogelschwärme zu erhaschen. So können Urlauber, die ihre Zeit auf der Insel Juist verbringen, mit einem Schiff zur unbewohnten Insel Memmert übersetzen. Eine Fahrt dorthin ist nur für wenige Wochen im Jahr gestattet, damit die Vögel auf der gleichnamigen Insel ungestört nisten können. Umso außergewöhnlicher ist also die Fahrt dorthin, die durch Naturschutzgebiete der Watt- und Wasservögel führt und so manchen Blick ermöglicht, der mit bloßem Auge von der Insel nicht möglich ist. Dabei lassen sich nicht nur die seltenen und scheuen einheimischen Vogelarten wie die Löffler beobachten, sondern auch andere Exoten der ganzen Welt.

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Foto: Raphael Rohe, pixelio.de

Eine völlig andere Herangehensweise bietet sich auf Spiekeroog, denn dort können die großen und kleinen Urlauber ihr Wissen mit einem „Vogelzug-Pass“ unter Beweis stellen. Am 11. Oktober machen sich Kinder und Erwachsene zu einer Exkursion auf, bei der die Federn der rastenden Zugvögel gesammelt werden. Anschließend werden diese dann sortiert und bestimmt. Dabei erlebt so manch einer eine freudige Überraschung, wenn er ein Exemplar eines seltenen Zugvogels erwischt hat. An Suchmaterial soll es wohl nicht mangeln, schließlich nutzen jährlich bis zu zwölf Millionen Zugvögel wie Pfuhlschnepfen, Knutts und Ringelgänse das Rastgebiet.

Wer der Frage nachgehen möchte, wie die Vögel eigentlich den Weg zu ihren Winterquartieren finden und wie sie es schaffen, den langen Weg zu überstehen, der ist in Dornumersiel richtig aufgehoben. Am 6. Oktober öffnet das Nationalpark-Haus Dornumersiel seine Pforten und weiß auf jede Frage eine Antwort. Dort wird auch erklärt, welche Rolle die Sonne und Sterne, das Watt und das Erdmagnetfeld für die Navigationskünstler spielen und findet für so manches Rätsel eine Lösung.

Doch egal an welchem Ort man sich letztlich nieder lässt, das faszinierende Naturspektakel entgeht einem nirgends. Und manchmal muss es auch gar kein besonderes Programm sein, um einzigartige und unvergessliche Eindrücke zu gewinnen. Denn die Exoten, deren Schwärme oftmals aus bis zu 100.000 Vögeln besteht, sind auch bei einem Kaffee an der Strandpromenade, bei einem entspannten Spaziergang am Strand oder bei einer Radtour am Deich entlang zu beobachten.

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