Lifestyle
Foto: Adobe Stock
Foto: Adobe Stock

Die Snackbar ist eröffnet

Der Meisenknödel war gestern - Heute sind es eher kleine Hotels, die den Wintervögeln bei uns im Garten als Snackbar dienen

Kaum stehen ab September Lebkuchen und Zimtsterne in den Supermarktregalen, findet man auch schon Vogelhäuser in allen Farben und Formen. Dazu kommt Futter aus den erlesensten Zutaten. Der klassische Meisenknödel wird nicht mehr am Band aufgehängt, sondern wandert in eigens dafür vorgesehene Behälter aus Holz, Metall oder Draht.

Die Winterfütterung ist neben dem Aufhängen von Nistkästen wohl die beliebteste Form des Vogelschutzes. Und das mit immer moderneren Accessoires für die Präsentation der leckeren Zutaten. Dennoch: Kaum ein Thema wird unter Vogelfreunden so heiß diskutiert, wie die Fütterung von Wildvögeln. Die Ganzjahresfütterung ist umstritten - einige Experten sagen, einheimische Vögel solle man grundsätzlich nur dann füttern, wenn sie selbst wenig Nahrung finden, also während des Winterhalbjahres. Und selbst für die karge Winterzeit existierten in der Vergangenheit Einschränkungen in den Fütterungsempfehlungen. So hieß es bisher, die Vögel könnten sich ohne menschliche Hilfe mit ausreichenden Nahrungsmengen versorgen, solange das Wetter im Winter mild sei. Dagegen zeigen andere Forschungsergebnisse, dass eine gezielte Futtergabe über das ganze Jahr durchaus Sinn macht, da durch Monokultur und Verstädtung die Nahrungsquellen für Wildvögel geschrumpft seien.

Bedenkt man, dass nur etwa zehn bis 15 Vogelarten in den Genuss der artgerechten Snacks kommen - dazu gehören Meisen, Finken, Stieglitze, Buntspechte, Rotkehlchen und Drosseln – ist die Beigabe kein Hilfsmittel, um Vogelarten zu erhalten oder zu schützen.

Körnerfresser

Mit Hilfe ihrer kräftigen Schnäbel können Vogelarten wie Spechte, Meisen, Kleiber, Finken, Grünlinge, Ammern und Wildtauben auch harte Körner sehr leicht öffnen. Bevorzugt fressen sie verschiedene Samenarten, Erdnüsse, Wallnüsse und Haselnüsse, aber auch Kürbiskerne.

Futterrezept: Sie können das Wildvogelfutter natürlich im Fach- und Supermarkt erwerben, aber auch selbstgemachtes Futter kommt häufig gut bei den Piepmätzen an. Sie können in einem Topf Kokosfett oder Rindertalg erwärmen und ein Gemisch aus Sonnenblumenkernen, Samen, Weizenkleie, Haferflocken oder Nüssen hinzufügen. Füllen Sie das Ganze in einen kleinen Tonblumentopf, durch den zuvor eine Kordel gefädelt wurde. Ist das Gemisch abgekühlt und fest geworden, können Sie den Topf an einer gewünschten Stelle aufhängen.

Weichfresser

Andererseits gibt es die Wildvögel, die mit ihren spitzen Schnäbeln darauf spezialisiert sind, Würmer und Insekten aufzupicken. Hartes Körnerfutter ist daher weniger für Amseln, Drosseln, Zaunkönige, Buntspechte, Rotkehlchen und Stare geeignet. Sie bevorzugen geschnittenes Dörrobst, Rosinen, gemahlene Nüsse, zerkleinerte Äpfel und angefettete Haferflocken.

Futterrezept: Erhitzen Sie in einer Pfanne mit etwas Öl einige Getreideflocken. Achten Sie allerdings darauf, dass die Körner nicht braun werden – sie sollen sich lediglich mit Öl vollsaugen.

Zurück

Aileen Kurkowiak

Aileen Kurkowiak

aileen.kurkowiak@aureus.de

Diesen Artikel teilen